Die eigentliche Einschränkung bei einer Bürorenovierung ist nicht die Gestaltung, sondern die Betriebskontinuität. Die wenigsten Unternehmen können ihr Team für unbestimmte Zeit auslagern. Deshalb planen wir Büroprojekte von Anfang an abschnittsweise: welcher Bereich in welcher Reihenfolge geräumt wird, zu welchen Zeiten die lauten Arbeiten laufen und in welchem Fenster Strom- und Netzunterbrechungen stattfinden.
Das zweite zentrale Thema ist die Akustik. Lärm ist die häufigste Beschwerde im Großraumbüro und das Problem, das sich nach Abschluss der Arbeiten am schwersten lösen lässt — denn die Antwort ist kein einzelnes Produkt, sondern das Zusammenspiel von Decke, Boden und Trennwänden. Nachträglich ergänzte Paneele bringen nur eine teilweise Verbesserung.
Das dritte ist die Kapazität der Installationen. Ändert sich die Aufteilung und steigt die Zahl der Arbeitsplätze, tragen der vorhandene Verteiler, die Kabelquerschnitte und das Datennetz die neue Last unter Umständen nicht. Das sind die unsichtbaren Positionen, von denen die Haltbarkeit des Ausbaus abhängt, und sie gehören bei der Besichtigung gemessen.
Bürorenovierung: Leistungsumfang
Die folgenden Positionen gehören bei Bürorenovierung standardmäßig dazu. Im Angebot nach der Besichtigung wird jede Position einzeln aufgeführt; was enthalten ist und was nicht, bleibt nicht offen.
- Zustandsermittlung und Abschnittsplan
- Trennwände, Glaselemente und Akustikpaneele
- Abgehängte Decken und Lichtkonzept
- Elektroinstallation, Verteiler und Steckdosenanordnung
- Datennetz: Netzwerk, Telefonie, Kameras, Zutrittskontrolle
- Teppich-, LVT- oder Laminatboden
- Aufteilung von Besprechungsräumen und Telefonkabinen
- Küche und Pausenbereich
- Anstrich, Beschilderung und Leitsystem im Corporate Design
- Arbeiten außerhalb der Bürozeiten und am Wochenende
Bürorenovierung: So arbeiten wir
- Besichtigung und Abschnittsplan: Wie viele Personen arbeiten dort, welcher Bereich lässt sich in welcher Reihenfolge räumen, welche Systeme vertragen keine Unterbrechung — das wird ermittelt und in einen Abschnittsplan überführt.
- Aufteilung und Akustik: Sitzordnung, Besprechungsbereiche, der Bedarf an geschlossenem Raum für Telefonate und die Punkte mit Schallschutzbedarf werden geplant. Die Akustiklösung wird als Verbund aus Decke, Boden und Trennwänden entworfen.
- Prüfung und Planung der Installationen: Kapazität des vorhandenen Verteilers und Kabelquerschnitte werden gemessen. Elektro- und Datennetz werden auf die neue Aufteilung geplant; bei Bedarf kommt der Verteilertausch in den Umfang.
- Abschnittsweise Ausführung: Die Abschnitte werden nacheinander fertiggestellt. Der genutzte Bereich wird mit Staubschutzwänden abgetrennt, laute Arbeiten werden außerhalb der Bürozeiten gelegt, Unterbrechungsfenster vorab angekündigt.
- Inbetriebnahme und Übergabe: Beleuchtung, Steckdosenkreise und Datenleitungen werden geprüft. Jeder Abschnitt wird funktionsfähig und nutzungsbereit übergeben; die Mängelliste wird abschnittsweise geschlossen.
Bürorenovierung: Besonderheiten in Antalya
Bei Büroprojekten in Antalya sind einige Bedingungen aus Klima und Gebäudebestand ausschlaggebend.
Kühllast und Ausrichtung
In Büros mit West- und Südfassade steigt die Innentemperatur am Nachmittag schnell, und die Kühllast nimmt zu. Die Sitzordnung nach der Ausrichtung zu planen, Verschattung zu ergänzen und Kunstlicht mit Tageslicht auszubalancieren, wirkt sich unmittelbar auf Komfort und Energieverbrauch aus.
Umgenutzte Wohngeschosse
Ein Teil der in Antalya als Büro genutzten Gebäude wurde als Wohnhaus errichtet. Dort ist die Elektroinstallation nicht auf Bürodichte ausgelegt; steigt die Zahl der Steckdosen und Geräte je Arbeitsplatz, kann die Verteilerkapazität nicht ausreichen. Das gehört bei der Besichtigung gemessen.
Feuchtigkeit und Bodenbeläge
Hohe Luftfeuchte kann die Leistung des Bodenklebers beeinflussen. Werden LVT und Teppichfliesen ohne Messung der Untergrundfeuchte verlegt, kann es an den Rändern zu Ablösungen kommen. Wir prüfen die Untergrundfeuchte vor der Verlegung.
Bürorenovierung: Häufige Fehler
Das sind die Entscheidungen, die uns auf der Baustelle am häufigsten begegnen und die sich im Nachhinein am schwersten korrigieren lassen. Wir sprechen sie alle bei der Besichtigung durch.
- Akustik auf ein Produkt reduzieren. Nur Glastrennwände zu setzen, trennt optisch, nicht akustisch. Schallabsorption entsteht im Zusammenspiel von Decke, Boden und Paneelen auf Tischhöhe. Fehlt eine dieser Schichten, ist das Ergebnis nicht spürbar.
- Die Aufteilung ohne Lastberechnung ändern. Mehr Arbeitsplätze heißt mehr Steckdosen. Tragen vorhandener Verteiler und Kabelquerschnitte diese Last nicht, kommt es zu auslösenden Sicherungen und warmen Leitungen. Das ist eine Frage der Sicherheit, nicht des Komforts.
- Die abgehängte Decke ungeplant belasten. Beamer, Klimainnengeräte und schwere Leuchten müssen an eigenen Abhängern an der Tragstruktur befestigt werden, nicht am Deckenprofil. Sonst zeigen sich mit der Zeit Durchhang und Plattenverformung.
- Keinen Platz für Telefonate lassen. Im Großraumbüro sind Telefonate im offenen Bereich die größte Lärmquelle. Kleine geschlossene Kabinen können mehr bewirken als ein großes Akustikbudget.
- Den Rückbau im Mietbüro übergehen. Verlangt der Mietvertrag die Rückführung in den Ursprungszustand, sollten statt fester Trennwände demontierbare Systeme gewählt werden. Wird das nicht in der Planung entschieden, wird es beim Auszug zum Problem.
Bürorenovierung: Material- und Detailhinweise
Bei Materialentscheidungen gibt es keine einzig richtige Antwort; jede Option hat eine starke und eine schwache Seite. Im Folgenden fassen wir diese Unterschiede in der Sprache der tatsächlichen Nutzung zusammen, nicht in der des Marketings.
Trennwandsysteme
Trockenbauwände bieten die beste Schalldämmung und können Installationen aufnehmen, sind aber fest und ihr Rückbau bedeutet Abbruch. Glastrennwände erhalten die Lichtdurchlässigkeit und die Weite des Raums; ihre Akustik lässt sich mit Doppelverglasung und Füllung verbessern. Modulare Paneelsysteme lassen sich demontieren und neu aufbauen, was in Mietbüros ein Vorteil ist.
Bodenbeläge
Teppichfliesen tragen am meisten zur Schallabsorption bei, und eine beschädigte Fliese lässt sich einzeln tauschen. LVT ist leicht zu reinigen und robust; mit Akustikunterlage verbessert sich die Schallleistung deutlich. Laminat ist die günstige Variante, nutzt sich aber bei starker Nutzung und in feuchter Umgebung schneller ab.
Beleuchtung
Statt heller, direkt ins Auge strahlender Leuchten machen Leuchten mit Blendungsbegrenzung und niedriger Leuchtdichte für Bildschirmarbeitende einen spürbaren Unterschied. In Besprechungsräumen deckt dimmbares Licht Präsentations- und Besprechungsszenario zugleich ab.
Bürorenovierung: Ingenieurhinweis
Am häufigsten wird in Büros die Berechnung der elektrischen Last übergangen. Ändert sich die Aufteilung und steigt die Zahl der Arbeitsplätze, tragen vorhandener Verteiler und Kabelquerschnitte die neue Last unter Umständen nicht; das ist ein Sicherheitsproblem, das von auslösenden Sicherungen bis zu warmen Leitungen reicht. In der Planung prüfen wir den vorhandenen Verteiler und die Querschnitte und nehmen den Verteilertausch bei Bedarf ausdrücklich in den Umfang. Der zweite technische Punkt ist die Last auf der abgehängten Decke: Beamer, Klimainnengeräte und schwere Leuchten werden an eigenen Abhängern an der Tragstruktur befestigt, nicht am Deckenprofil. Der dritte sind die Fluchtwege — das Ergänzen von Trennwänden kann einen Flur verengen und den Fluchtweg verändern. Dafür zu sorgen, dass die neue Aufteilung den Bestand bei Fluchtwegen und Leitsystem nicht verschlechtert, ist eine Position, die wir kontrollieren.
Bürorenovierung: Checkliste vor der Übergabe
Alle folgenden Punkte werden vor der Übergabe geprüft und die Ergebnisse mit Ihnen geteilt. Bleibt ein Punkt offen, findet keine Übergabe statt.
- Verteilerkapazität und Kabelquerschnitte passen zur neuen Last
- Erdung und FI-Schutzschalter gemessen
- Datenleitungen durchgehend geprüft und beschriftet
- Deckenabhänger und Gerätelasten geprüft
- Beleuchtungsstärken an den Arbeitsplätzen geprüft
- Befestigung der Trennwände und Glassicherheitsdetails ausgeführt
- Fluchtwegbreite und Leitsystem unverändert
- Jeder Abschnitt nutzungsbereit übergeben